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Mit Einsatz und Erkenntnis gemeinsam wachsen

Aktualisiert: 31. Mai 2019

Kung Fu Papuya


Laut Medizinern existieren ca. 30 000 definierte Krankheiten, von denen lediglich 120 behandelbar sind. Viel Zeit und Geld wird in die Nachsorge investiert. Und trotz aller Bemühungen konnten die vielschichtigen Probleme bislang nicht beseitigt werden.


Die Papuya- Kampfkunst hat präventiv zum Ziel, den Menschen physisch und psychisch zu stärken und die Gesundheit, Beweglichkeit und Kraft der eigenen Person zu optimieren. Es kann als ein ganzheitliches Gesundheitsmodell betrachtet werden und richtet sich nach philosophischen und medizinischen Einsichten über den Menschen.

Gesundheit ist ein vielfältiger Prozess, bei welchem unterschiedliche Aspekte eine Rolle spielen. Deshalb basiert Kung Fu Papuya auf den vier Säulen des Lebens: Bewegung, Ernährung, Kommunikation sowie Meditation, und konzentriert sich auf die hauptsächlichen Energieformen:


1) Biomechanische Energie: durch bewusste Bewegung

2) Biochemische Energie: durch bewusste Ernährung

3) Elektromagnetische Energie: durch bewusste Kommunikation

4) Urenergie: durch bewusste Meditation


Mit Hilfe dieser Energieformen können sich Körper und Seele entfalten. In einem funktionierenden Zusammenspiel ermöglichen sie ein harmonisches Leben im Einklang mit dem eigenen Selbst, seiner Stabilität, Kreativität und Immunität von Körper und Seele, um dadurch stark, vital und selbstbewusst den Alltag zu meistern. Fehlt hingegen eine der Energien entstehen körperliche oder seelische Schwächen.


Das Team


Kung Fu Papuya beschreibt ein vor 35 Jahren ins Leben gerufenes Konzept. Der seit 1979 in Hamburg wohnhafte Begründer Mohsen Emkani arbeitet seit 2006 als

Kung Fu Trainer beim Eimsbütteler Turnverband (ETV) und der Etv KiJu in Hamburg. Zusätzlich gibt er im Rahmen des Gewalt- und Suchtpräventionsprogramms “Riskier was“ Seminare an den Hamburger Schulen. Er praktizierte bereits im Alter von 8 Jahren persische Kampfkunst. Mit 16 Jahren wandte er sich den ostasiatische Kampfkünsten Judo, Karate und Kung Fu zu. Seit 40 Jahren setzt er sich intensiv mit traditionell asiatischer Kampfkunst, als Kunst der Bewegung, Ernährung und Kommunikation, auseinander. Seine entwickelten Thesen zeichnen sich durch permanente Evaluierung und Weiterentwicklung aus, was durch die Vielfältigkeit der professionellen Ausrichtungen seines Teams mittlerweile noch umfassender möglich ist. So setzt sich der Arbeitskreis aus Menschen mit pädagogischen, physiologischen bzw. medizinischen Kenntnissen zusammen: Dunja Glasmeyer ( B. Sc. Psychologie), Paula Steinegger (Abiturientin), Phil Entrich, Sven Johnstone (angehender Mediziner), Viktor Czerner (Mediziner).


Der Beweggrund


Eine grundlegende, zukunftsweisende Frage ist:

Was braucht eine Gesellschaft für gesundes Wachstum und Wohlstand?

Eine richtungsführende Antwort ist:

Sie benötigt gesunde Mütter und Väter, als Basis für gesunde Kinder. Denn gesunde Kinder sind wiederum der Grundstein für eine gesunde Gesellschaft. Und eine gesunde Gesellschaft steht für Wachstum und Wohlstand.

Während des Weltgesundheitstags 2005 wurde hervorgehoben, dass gesunde Mütter und Kinder den wahren Reichtum einer Gesellschaft darstellen.

Doch unser jetziges gesellschaftliches Bild geht in die entgegensetze Richtung:

Alleine der Blick auf genehmigte Mutter- Kind- Kuren in Deutschland zeigt, dass bis zu 135.000 Mütter jedes Jahr aufgrund vielfältiger somatischer und psychischer Beschwerden in Kur gehen. Man schätzt, dass 2,1 Millionen Frauen kurbedürftig seien.

Und nun richten wir den Blick auf die Situation der Kinder:

Wir wollen uns zunächst erneut ins Gedächtnis rufen, dass gesunde Kinder die Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung darstellen. Man schätzt, dass für jeden in die Kindergesundheit investierten Dollar etwa sieben Dollar zurückfließen. Denn durch die vorsorglichen Investitionen werden zukünftige Ausgaben für die soziale Fürsorge verringert, gleichzeitig wird die Produktivität der daraus resultierenden Jugendlichen und Erwachsenen erhöht.

Betrachten wir den jetzigen Zustand unserer Kinder, erkennen wir, dass sie immer früher und ausgeprägter übergewichtig werden, körperliche Schwäche und Fehlhaltungen, sowie Koordinationsschwierigkeiten und motorische Schwächen zeigen. Die psychischen Probleme wie Depressionen, Aggressionen und Verhaltensauffälligkeiten summieren sich. Psychische Erkrankungen können bei mittlerweile 20 Prozent der Kinder- und Jugendlichen gefunden werden. Experten rechnen mit einem Anstieg dieser Zahlen: bis 2020 wird damit gerechnet, dass fast jedes zweite Kind psychische und psychosomatische Auffälligkeiten zeigen wird. Hoher schulischer Druck, Stress, Multitasking durch den enormen Medienkonsum, Bewegungsmangel, falsche Ernährungsweise, familiäre und soziale Probleme, Missbrauch, Gewalt...Gründe für die Krankheiten unseres Nachwuchses sind vielfältig.

Alleine die Zahlen für den an Kindern ausgeübten sexuellen Missbrauch in Deutschland sind erschreckend: offiziell sind es jährlich 14 000 Fälle, die Dunkelziffer liegt jedoch weitaus höher. Man schätzt, abhängig von den Studien, das 15-30 % der Mädchen und 5- 15% der Jungen betroffen sind.

Wo setzt man nun aber an?

Zunächst einmal bedarf es zur Findung einer Lösung des Wissens um die Faktoren, die die Gesundheit und Unversehrtheit der Kinder fördern.

Was brauchen also Kinder für eine gesunde Entwicklung?

Kinder wollen von Natur aus wachsen. Diese Veranlagung ist physisch und psychisch in ihnen verankert. Natürlicher Bewegungsdrang und Neugierde helfen ihnen bei dem körperlichen und geistigen Wachstum. Gleichzeitig werden Kinder jedoch auch mit schädlichen Einflüssen konfrontiert.

Damit Kinder mit den verschiedenen Gewaltformen, welche an sie herangetragen werden, adäquat umgehen können, benötigen sie entsprechende mentale und körperliche Fähigkeiten. Für den richtigen Schutz vor Gewalt von außen brauchen Kinder zum einen Hilfe bei der mentalen Entwicklung, wie z.B. durch angemessene Aufklärung und ausführliches Wissen über sich selbst und über ihre Umwelt.

Zusätzlich brauchen die Kinder körperliche Fertigkeiten, welche es ihnen möglich macht, der Opferrolle selbstverantwortlich durch anwendbare Selbstverteidigung entgegenwirken zu können. Denn Kinder haben nicht immer jemanden an ihrer Seite, der sie vor Angriffen schützen kann.

Die Erwachsenen sind in diesem Prozess der Herausforderung gegenübergestellt, die Kinder auf diesem Weg des mentalen und körperlichen Wachstums bestmöglich zu begleiten. Die Erwachsenen sind eine wichtige Wissens- und Informationsquelle für die Kinder. Ihr theoretisches Wissen vermitteln sie erst dann vollständig, wenn sie es als Vorbild selber umsetzen und anwenden.

In dieser Gesellschaft übernehmen Eltern und Schulen diese wichtige Aufgabe, jedoch sind hier immer mehr Problematiken (Überlastung, Hilflosigkeit) bei den Eltern und Pädagogen zu erkennen. Die wachsende Rate der psychischen Erkrankungen und Frühberentungen der Lehrer ist ein recht eindeutiger Indikator für die Situation an den Schulen.

Die Papuya- Kampfkunst möchte die Kinder bei der Entwicklung ihrer Selbstständigkeit, Widerstandsfähigkeit sowie ihres Empathievermögens unterstützen, was letztendlich Eltern, Schulen und Gesellschaft zugutekommt.

Antiaggression, Antiprovokation und Integration sind weitere Gebiete, auf welchen mit den Kindern während des Trainings gearbeitet wird.

Diese Aspekte werden in dem Konzept Kung Fu Papuya wie folgt umgesetzt:


1) Voraussetzung für ein gesundes Wachstum und Immunität gegen Krankheiten ist die körperliche Fitness der Kinder. Im Sinne der Prävention richtet Kung Fu Papuya den Fokus zunächst einmal auf die Umsetzung von gesundheitsförderlichen Bewegungsmuster nach traditionell asiatischem Prinzip. Diese fördern zum einen innerlich die Immunität des Körpers. Gleichzeitig gewähren sie Schutz vor gewalttätigen, äußeren Angriffen auf die körperliche Unversehrtheit, da die Bewegungen alle im Sinne der Selbstverteidigung stehen. Die Bewegungen unterstützen die Kinder in ihrem gesunden Wachstum, in ihrer Stärke und Stabilität.

Und auch für die Fähigkeit der Selbstständigkeit bedarf es eines gesunden, starken, stabilen Körpers. Ganz nach dem Motto „auf eigenen Füßen stehen“ muss der Körper gesunde Bewegungsmuster entwickeln, um problemlos expandieren zu können. Bewegungseinschränkungen führen zur Einschränkung der Selbstständigkeit, somit ist die Kultivierung der biomechanischen Energie durch gesunde Bewegung eine wichtige Säule der Papuya- Kampfkunst.


2) Das zweite Standbein für die Gesundheit ist die richtige Ernährung. Die Papuya- Kampfkunst vermittelt Erkenntnisse über den Zusammenhang von Gesundheit, Ernährung und den Bedürfnissen des Körpers. Der Körper benötigt Immunität gegen Krankheitserreger, um mit vielfältigen äußeren Störfaktoren umgehen zu können. Diese Widerstandsfähigkeit finden wir im Bereich des Oberkörpers, des Ernährungsapparats. Hier finden die hauptsächlichen biochemischen Prozesse statt, die die Immunität des Körpers fördern. Durch eine gesunde Ernährung kann auf dieser Ebene Energie erzeugt werden, welche zur Widerstandsfähigkeit des gesamten Organismus beiträgt.


3) Hinzu kommen auf mentaler Ebene die Faktoren Achtsamkeit und Konzentration. Bei Achtsamkeit geht es um die Regulation der Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt. Ziel ist die Wahrnehmung und die willentliche Kontrolle seines Körpers und seiner mentalen Prozesse, sowie die Regulation seiner emotionalen Reaktionen. Hieraus resultiert eine innere Ruhe, welche die Konzentrationsfähigkeit fördert. Das Wohlbefinden steigt und Fehler, welche allzu oft ihren Ursprung in Unkonzentriertheit finden, werden reduziert. Achtsamkeit führt dazu, auch in stressigen, schwierigen Situation innerlich ruhig bleiben zu können und dadurch befähigt zu werden, klar zu denken und zu handeln.

Auf der mentalen Ebene werden während des Trainings zudem Erkenntnisse bezüglich des eigenen Körpers vermittelt. Hierzu gehören Aufbau und Funktionen des Körpers und was der Körper benötigt, um gesund zu bleiben. Denn wer seinen Körper gut kennt, kann selbstständig ergründen, was dieser benötigt, um die Gesundheit zu fördern.

Des Weiteren geht es darum, die natürliche Empathie der Kinder im sozialen Bereich zu stärken. Empathie betrachten wir als Basis für eine gesunde Kommunikation und für ein funktionierendes soziales Miteinander.

Im Endeffekt werden die Kinder dabei unterstützt, ihre körperlichen und mentalen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und auszubauen. Sie werden vielfältig unterstützt, um sie dahingehend zu befähigen, sich gegen jegliche Form der Gewalt schützen zu können.


Wo wird Kung Fu Papuya ausgeübt?


Seit 2006 wird die Kampfkunst im Rahmen des Eimsbütteler Turnverbands praktiziert. Durch unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen sowie steigender Mitgliedszahlen haben sich inzwischen sehr vielfältige Angebote herausgebildet, die Kurse unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Entwicklungsgrads beinhalten. Die Spannweite reicht von der jüngsten Kindergruppe (6-8 Jahre) über die Jungen- und Mädchenkurse (8-12 Jahre) sowie Jungendgruppen (13-16 Jahre) bis hin zu den Erwachsenenkursen (ab 17 Jahre mit offener Altersgrenze). Des Weiteren hat sich ein reiner Frauenkurs etabliert.

Seit vier Jahren wird Kung Fu Papuya in Zusammenarbeit mit der KiJu (Kinder-und Jugendförderung, Tochtergesellschaft ETV) zusätzlich an verschiedenen Hamburger Schulen praktiziert. Hierzu zählt die „Katholische Grundschule Am Weiher“, die Grundschulen „Turmweg“, „Eduardstraße“ und „Hinter der Lieth“, sowie das Gymnasium „Kaiser-Friedrich-Ufer“. In diesem Rahmen legen die TrainerInnen den Schwerpunkt auf die körperliche Gesundheit der SchülerInnen und richten ihren Fokus auf die zuvor bereits genannten Bereiche Anti-Aggression, Anti-Provokation und Integration.


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